Tauchen-Kiel.de - Jörg-Peter Klaus
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4 Elements Challenge 2009

Hier eine Zusammenfassung der Ereignisse am 4.7.2009. Den Medienrummel um die ganze 4Elements brauche ich ja nicht weiter kommentieren. Hier hat es ja genug Meinungen gegeben.
4 Elements Challenge 2009Trotz vorweg: Wir haben keinen Schweinswal platt gefahren, sind nicht durch die Brutstätten "geheizt". Und warum nicht? Weil wir genauso Rücksicht nehmen, wie wir es getan hätten, wenn wir ganz normal mit einem Schlauchboot zum Tauchen gefahren wären!
Am Freitag Nachmittag um 16.00 Uhr trafen sich alle Teilnehmer im BDC. Der Grund für den Ortswechsel war der Ausfall von drei Teilnehmern. Hierfür wurden nach der Rangfolge in der Auswahlliste weitere Teilnehmer als Ersatz in die Teams aufgenommen. Marco hatte nun leider einen "Auswärtstermin", sonst wäre er nachgerückt.
Wir passten unser komplett zur Verfügung gestelltes Equipment an, vor allem die Neuen hatten gut zu tun. Der Rest kannte das Prozedere schon vom ersten Treffen in Hemmoor. Es gab eine Einweisung in die mobilen GPS-Geräte und wir konnten ein wenig damit üben. Als das erledigt war, fuhren wir ins Feriendorf Falckenstein, in dem einige Teilnehmer übernachten sollten.
Nach der Begehung wurde der Hochseilgarten besichtigt, der am nächsten Tag eine Rolle spielen sollte. Die Ribs wurden am Abend schon mit dem Equipment beladen und fuhren von Yachthafen wieder weg. Nur ABC-Ausrüstung und die Trockenanzüge wurden erst nächsten Tag mitgenommen und lagerten über Nacht im BDC. Sonnabend. 4.7.2009. Der große Tag. Morgens um 8.00 Uhr Frühstück. Die Erwartungshaltung war groß. Alle warteten auf das Briefing mit dem genauen Tagesablauf. Um 8.40 Uhr war es dann soweit. ABC-Ausrüstung usw. waren inzwischen am Hochseilgarten eingetroffen.
Olli hielt das Briefing und erklärte die Abläufe, Wertungen, Sicherheitsmaßnahmen, Verpflegung etc. Inzwischen war auch das NDR-Fernsehteam eingetroffen. Ich wurde gefragt, ob es o.k. ist, wenn mich die Kamera begleitet. Na klar, kein Problem. Mache ich doch jeden Tag :-) Ich war zwar nicht nervös, aber der Adrenalinspiegel war schon recht stramm.
Als erstes ging es in den Hochseilgarten. Hier "turnten" wir in Zweierteams unter Begleitung der NDR-Kamera durch eine Ebene des Hochseilgartens, und zwar nach Zeit. Eine vernünftige Sicherheitseinweisung war die Basis für den Start. Das Team vier fegte wie nix durch die Bäume. Wir, Marieke aus Holland, meine Team-Partnerin, waren Team drei und bemühten uns um eine vernünftige Grundgeschwindigkeit. Das Klettern hat wirklich Spaß gemacht. Als sportliche Alternative zum Tauchen kann ich mir das allerdings nicht vorstellen.
4 Elements Challenge 2009. Jetzt geht's los.Da es ja Vierer-Teams sind und diese je ein Boot haben, mussten die anderen zwei Teammitglieder Rechenaufgaben bewältigen. Alles zusammen ergab dann in der Wertung die Startreihenfolge mit den Ribs. Das Ergebnis war: Team vier war Erster, wir wurden dritte. Lagen also schon leicht zurück. Aber wir fingen ja gerade erst an.
Nach der Aktion wurden die Tauchklamotten angelegt, wir erhielten die ersten GPS-Koordinaten und wir mussten alle je einen halbe Liter Wasser trinken. Dehydration sollte vermieden werden. Wer nicht ausgetrunken hatte, bekam Punktabzug. Dann ging's los zu den Booten. Nein, wir wurden nicht abgeholt. Wir mussten zu den Ribs schwimmen, die inzwischen vor Friedrichsort rechts des Anlegers Falckenstein Position eingenommen hatten.
Der jeweilige Skipper brüllte die Teamnummer, und man wusste wo man hin schwimmen sollte. So, alles an Bord, GPS-Koordinaten eingegeben und unter Einhaltung der auferlegten Maximalgeschwindigkeiten ging es zum ersten Wrack, S 222. In der Innenförde durften wir max. 16 Knoten fahren, im erweiterten Bereich der Förde 24 Knoten.
Nicht nur das NDR-Team begleiteten uns, sondern auch die Wasserschutzpolizei. Am Wrack angekommen, wurde die Ausrüstung angelegt und die Suche nach den am Wrack versteckten Boxen mit den nächsten Koordinaten begann.
Marieke und ich machten den ersten Tauchgang. Leider hatte Marieke nicht mitbekommen, das wir uns an der am Wrack befestigten kleinen Boje zum Abtauchen treffen und nicht frei zum Wrack hin tauchen wollten. Da ich nun auf Marieke warten musste, sie auch schon auf 19 Meter runter gegangen war, verloren wir hier 40 Minuten. Als Marieke auftauchte und vom Boot aus gesichtet wurde, machte ich den Tauchgang mit Dannny, dessen Teampartnerin eigentlich Lolita war.
Wir tauchten also schnell ab, suchten nach der Box, was nicht einfach war, da alle anderen Teams schon vor uns am Wrack waren. Ich fand die Box dann doch recht schnell und der Aufstieg begann. Wir mussten penibel darauf achten, dass wir keine Peaks wegen zu schnellem Aufstieg auf dem Computer haben. Das führt nämlich auch zu Punktabzug.
4 Elements Challenge 2009Also, Box an Bord, nochmal wiederholt fürs Fernsehen, schnell an Bord geklettert, während die neuen Koordinaten eingegeben wurden, ein kurzes Interview gegeben und dann nix wie weg. Wir waren die Letzten. Verdammter Mist.
Nächstes Ziel war die Svendborg. Wir fuhren derzeit praktisch hinter dem Feld her und hatten eigentlich keine Hoffnung auf eine bessere Wertung. Der Tauchgang an der Svendborg war dann mein Zweiter. Innerhalb 15 Minuten war er beendet. Die Box hatte ich schnell gefunden. Beim Aufpulen des Knotens der Box wurde ich dann noch vom Fernsehen gefilmt.
Gesendet wurde allerdings ein Filmausschnitt von jemanden, der einfach die Strippe abreißen wollte. Schnell wieder an Bord, Fragen des Fernsehens beantwortet und wieder nix wie weg. Wir waren immer noch die Letzten.
Das nächste Ziel war kein Wrack, sondern die Position Surendorf am Campingplatz. Hier wurde eine kleine Pinkelpause gemacht (die Mädels rannten so schnell wie sonst nicht) und es gab Snacks und wieder Wasser. Wer nicht trinkt: Punktabzug.
Dannn gab es die nächste GPS-Position. Es war das Mittelgrundwrack. Hier tauchten dann Danny und Lolita und erledigten die Suche nach der Box wieder in 15 Minuten. Trotzdem waren wir immer noch Letzter. Die zeitliche Reihenfolge beim Start ab Surendorf wurde natürlich eingehalten.
Die neue Position war die Stentrans. Inzwischen hatte der Wind etwas aufgebriest, wir fuhren unter den Augen der Küstenwache wie auferlegt mit angezogener Handbremse. Aber außerhalb der Meilenzone wollten wir Gas geben. Da die Welle aber schon recht stramm war, kamen wir nicht über 45 Knoten raus. Trotzdem war das ein Wahnsinnsritt. Ich bin noch nie so Motorboot gefahren. Das war richtig Aktion. Unser Skipper war ein Profi, der die Welle genau abschätzen konnte. Im richtigen Moment Gas weg und dann wieder Stoff geben. Die Sprünge mit dem Rib waren gewaltig, ungebändigte Kraft, die Gischt schlug manchmal über das gesamte Rib.
Als wir an der Stentrans ankamen, stellten wir fest, das erst ein Team am Austauchen war, die anderen noch gar nicht abgetaucht. Das war unsere Chance. Erneut einen super schnellen Tauchgang (wie sich das anhört, sonst tauche ich nicht unter 60 Minuten :-)) gemacht. Die Koordinaten schnell eingegeben, wieder ein Interview mit dem Fernsehen abgehalten und dann ging es zurück Richtung Kieler Leuchtturm.
Als wir losfuhren, waren noch zwei Teams im Wassser. Das Team vier, Überflieger im Hochseilgarten, war plötzlich Letzter! Whow. Wer hätte das gedacht. Nur Team eins war schneller. Wir witterten unsere Chance, Hebel auf den Tisch!!! Tja, leider war die Welle inzwischen noch steiler, wir fuhren zudem auch noch gegen die Welle. Das Rennen ist vorbei.Geschwindigkeit kaum mehr als 38 Knoten. Aber, man, was für ein Ritt auf den Wellen. Unser Skipper gab alles und fuhr bis zu dem Bereich, wo unsere Geschwindigkeit wieder reglementiert war, wie entfesselt. Wir hatten unseren Spaß, und ich glaube, der Skipper auch.
Um 18.25 Uhr fuhren wir über die Ziellinie, eine gedachte Linie in der Verbindung Schilkseee/Strande nach Laboe. Und wir waren das zweite Boot, das die Ziellinie überschritt. Wer hätte das noch gedacht. Einen Moment dümpelten wir dann noch im Fahrwasser. War natürlich nicht so gut, die immer freundlichen Beamten der Wasserschutz wiesen uns darauf hin, das wir diesen Bereich verlassen müssen. Na klar. Recht hatten sie. Wir also erst einmal in den Schilkseer Yachthafen, das ganze Equipment ausgeladen. Dieses wurde dann wieder ins BDC transportiert. Danach legten wir wieder ab mit Kurs auf Leuchtturm Friedrichsort.
Hinter dem Leuchtturm verließen wir dann das Rib und schwammen an Land. In der Festung zogen wir uns dann um, unsere "Straßenklamotten" kamen mir komisch vor nach einem ganzen Tag im Trockentauchanzug. Und dann gab es um 20.00 Uhr eine Party. Pizza, Bier etc. gingen weg wie nix. Leider waren nicht so viele Leute da, aber die Tauchguerilla Schleswig-Holstein war zahlreich vertreten. Das hat mich am meisten gefreut.
Abends spielte noch eine Liveband und um 23.00 Uhr gab es eine sogenannte "Flammbada". Eine Feuershow, veranstaltet von zwei Mädels. Das war wirklich eine tolle Vorstellung, da die Dunkelheit wie ein Verstärker wirkte.
Zum Abschluss möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass das gesamte BDC-Team, allen vorweg Olli, sich ordentlich ins Zeug gelegt und richtig was auf die Beine gestellt haben. Hut ab. Mein vollster Respekt. Das war sicher nicht einfach.
Viele Terminierungen der 4ElementsChalllenge hatte ich so insgeheim für doch sehr "sportlich" gehalten. Aber irgendwie hat's doch immer wieder gepasst.. Klasse. Ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung.
Ich werde sicher wieder ausgelost. :-)

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