Tauchsafari Thailand/Burma 2003
(Fotos zum Reisebericht findet ihr unter "Fotoalbum")24. Februar 2003, 3.45 Uhr morgens: Mit dem Auto holten wir Günter ab und machten uns auf den Weg nach Hamburg zum Flughafen. Da wir keinen Parkplatz suchen brauchten (Marita holt uns am Ende der Reise wieder ab), luden unser Gepäck direkt vor dem Terminal 4 aus. Zu dieser nachtschlafenden Zeit, es war gerade erst einmal 5.00 Uhr morgens, war hier überhaupt nichts los.
Unser Zubringerflug nach Frankfurt/Main startete, nachdem man unser Handgepäck (Fotoausrüstung, Lampe etc.) gründlich untersuchte, um 6.20 Uhr und dauerte nur etwas über eine Stunde. Im Frankfurter Flughafen mussten wir erst einmal zum Terminal 1 (ein ziemlich langer Weg dorthin). Per Handy hatten wir uns schon mit
Burkard Mehrlich, dem Organisator und Veranstalter der Tour, in Verbindung gesetzt, da wir noch keine Tickets hatten und deshalb auch nicht genau wussten, wo wir uns zum Weiterflug einfinden sollten. Wir fuhren das letzte Stück mit dem Skytrain und wurden hier von Burkard in Empfang genommen. Die 17köpfige Reisegruppe aus Frankfurt (mit uns beiden insgesamt 19 Personen) hatte schon komplett eingecheckt und auch schon Platzreservierungen für uns beide vorgenommen. Wir brauchten also nur noch unser Gepäck aufgeben. Die befürchteten Probleme wegen des Gepäckübergewichts blieben zum Glück aus.
Pünktlich um 10.40 Uhr startete der Airbus von China Air (nicht zu verwechseln mit Air China, das sind die Chinesen) nach Taipeh auf Taiwan. Der Himmel war klar und wir konnten sehr schön die Flugroute verfolgen. Sogar aus 33.000 Fuß Höhe sahen wir Hannover, Rügen, Bornholm und die vereiste Ostsee von Polen ab ostwärts. Da wir gen Osten flogen, kam die Dunkelheit sehr schnell. Wir überflogen Westsibirien mit seinen vielen Ölfeldern (das Gasabfackeln war deutlich zu erkennen), dem Ural und umflogen die chinesische Grenze. Über Japan drehte der Flieger dann ab Richtung Südwest nach Taipeh, wo wir nach über 14 Stunden Nonstop-Flug landeten. Der Chiang Kai Chek-Flughafen hat den typischen Charme eines Gebäudes aus der Zeit des Sozialismus. Alles sehr kahle und graue Plattenbau-Architektur. Wir hatten hier ein paar Stunden Aufenthalt, bis es um 12.50 Uhr weiterging nach Phuket. Die Flugzeit betrug noch mal vier Stunden.
26. Februar 2003. Am Flughafen Phuket empfing uns "Waldi", Tauchguide von der Tauchschule Santana. Mit dem Pickup wurde unser Gepäck schon mal zum Strand von Patong gefahren. Wir fuhren erst einmal in die Tauchschule in Patong, wo die Formalitäten für die Safari und die Einreise nach Burma erledigt wurde. Die Visumgebühr für Burma betrug 150,- USD. Anschließend wurden wir zum Schiff gebracht. Über einen Steg erreichten wir das Longtail, welches uns zum Safariboot brachte. So, da waren wir nun nach über 20 Stunden reiner Flugzeit und einigen Stunden Aufenthalt in Taipeh, kaputt, müde und urlaubsreif. An Bord erhielten wir eine kleine Einweisung über die Verhaltensregeln und den voraussichtlichen Verlauf der Tour. Hierbei lernten wir dann auch Andrea kennen, die die Tour leitete. Nachdem das "Gerödel" soweit tauchklar war, gab es Abendessen. Danach konnten wir endlich, nach zwei Tagen, einmal schlafen. Das Boot hatte inzwischen abgelegt mit Kurs auf Similan. Wir fuhren
die ganze Nacht durch, das leise Dröhnen der Diesel bewirkte, zumindest bei mir, einen tiefen Schlaf.
Ich weiß nicht genau, was es war, aber morgens um 4.30 Uhr war ich hellwach, schlich schon um mein Tauchgerödel herum und sah, dass ich offenbar der einzige Verrückte war,der ins Wasser wollte.
Ganz klarer Fall von "Feuchtigkeitsentzug". Na ja, wartete ich eben noch. Inzwischen waren wir auch auf Similan (Ko Miang) angekommen, das Schiff lag schon eine halbe Stunde ruhig vor Anker. Um 5.30 Uhr wurden die Diesel wieder angelassen, wir nahmen Kurs auf Ko Pabu, unserem ersten Tauchplatz mit Namen "East of Eden".
Der Tauchplatz war geprägt von vielen Hirschkorallen und Gorgonien. Fisch-schwärme begleiteten uns, die sich in der seichten Strömung ebenso wenig anstrengen mussten wie wir. Mein Tauchpartner Günter Stöffel, der wie ich fotografieren wollte, bemerkte auch mit Schrecken, das die Sicht im Wasser nicht besonders gut war.
Nach dem Mittagessen schipperten wir zur Insel Nr. 8, das ist der Donald-Duck-Felsen. Wir legten dort aber nur eine kurze Ruhepause ein und fuhren dann weiter zum Koh Born. Hier fand der nächste Tauchgang statt. Beim Briefing wurde darauf hingewiesen, das wir mit Mantas rechnen könnten. Zumindest sind hier schon welche gesehen worden. Mantas gab es leider nicht, dafür aber viele Schwarmfische und Weichkorallen. Und die Sicht war noch nicht besser.
Den dritten Tauchgang absolvierten wir am Koh Tachei. Strömung wurde angekündigt, es gab aber keine. Ma
ntas natürlich auch nicht. Bei diesem Tauchplatz handelt es sich um ein Plateau, das etwa in 15 Metern Tiefe anfängt. Einige weitere Felsen liegen in der Umgebung, die von 22 Meter bis über 30 Meter abfällt. Fledermausfische und Schwarmfische prägten hier das Bild. Es fiel uns auf, dass für ein tropisches Meer extrem geringe Artenvielfalt herrschte. Die Sichtweiten wurden immer schlechter. Der Tauchplatz "East of Eden" war an diesem ersten Tauchtag noch der beste Tauchplatz.
Um 22.00 Uhr gab es Abendessen. Die Verpflegung war auf der gesamten Tour wirklich gut. Dafür sorgten unsere beiden immer lächelnden Köchinnen. Um 23.00 Uhr ging es dann los nach Burma.
27. Februar 2003. Wir fuhren die ganze Nacht durch und erreichten Burma bei Sonnenaufgang. Die Sonne kam wunderschön hinter den mystisch aussehenden Bergen hervor. Das Boot legt an einem Tanklager an und wurde mit Sprit und Frischwasser versorgt. Ich hatte den Eindruck, eine andere Welt betreten zu haben. Die Menschen hier sahen sehr arm aus, haben vermutlich ein hartes Leben. Die Vorzüge der westlichen Zivilisation sind hier Mangelware. Eine Dose Coca Cola aus unserem Bordbestand machte einen Burmesen überglücklich.
Nach dem Auftanken legten wir wieder ab und fuhren zum Zoll. Die Beamten kamen mit grimmigen (also wichtig wirkenden) Gesichtern an Bord. Als erstes nahmen sie die Dollars, das war das Wichtigste. Anschließend wurden kurz die Pässe überprüft und dann in einer Plastiktüte verstaut, die extra für Transportzwecke gedacht war (es sind nämlich nämlich schon Pässe verschwunden, weil sie einfach verloren wurden). Der Zoll ging von Bord und wir durften gnädigerweise für eine halbe Stunde an Land. Wir stromerten durch den Ort und sahen zwar viele fröhliche Menschen, aber auch sehr viele arme Menschen. Der Lebensstandard ist hier äußerst niedrig. Burma ist zwar ein reiches Land (viele Bodenschätze), aber davon profitieren nur sehr, sehr wenige Burmesen.
Um 9.30 Uhr legten wir, mit einem burmesischen Aufpasser an Bord (ohne Aufpasser gibt es keine Tour in burmesischen Gewässern), ab und fuhren durch ein Flachwassergebiet (sehr schmutziges Wasser) vorbei an vielen Inseln mit Kurs auf das Mergui-Atoll.
Der erste Tauchgang an diesem Tag hieß "Moving Wall". Es war zwar kaum Strömung aber die Sicht war grottenschlecht. Zu sehen gab es ein paar kleine Skorpionsfische, viele Federsterne und Anemonen. Begeistert hatte uns ein riesiger Fischschwarm mit silbrigen kleinen Fischen. Nach dem Tauchgang fuhren wir in eine Bucht, wo wir mit dem Schlauchboot zu einer unbewohnt
en Insel übersetzten. Der Strand war paradiesisch und sehr lang gezogen.
Sogar Wasser gab es hier, auf den meisten Inseln gibt es nämlich keines. Kleine Weißkopfadler sichteten wir über den Bergen und Einsiedlerkrebse flüchteten vor unseren Schritten in sicherer Entfernung. Die Insel ist Anlaufstelle für viele Fischer, die mit ihren kleinen Booten (meist sind nicht mehr als 3 bis 4 Personen an Bord) zur Übernachtung einen sicheren Liegeplatz brauchen.
Nach der Inselbesichtigung fuhren wir wieder zum Boot zurück und machten uns für den zweiten Tauchgang fertig, einen Nachttauchgang, ebenfalls am "Moving Wall". Zu sehen gab es nichts außergewöhnliches, und so freuten wir uns über die viele Tarnkrebse, Garnelen, gelben Federsterne und Weichkorallen.
Bis zum Morgen des 28. Februar 2003 blieben wir vor Anker und fuhren gegen 6.00 Uhr los in Richtung "Burma Banks" mit Kurs Süd-West. Die Burma Banks sollten ja nun das Highlight sein. Da die Tauchgänge uns bisher nicht besonders begeisterten, hofften wir nun auf den entsprechenden "Kick". Tauchgang am "Hin Thaley" morgens um 8.00 Uhr.
Der Tauchplatz bestand aus vielen Felsen, er fiel um die Abtauchstelle herum von 5 bis 12 Metern langsam auf 35 Meter und mehr ab. Dem Tau
chgangsbriefing konnte ich inzwischen keinen Glauben mehr schenken. Mit Mantas, großen Haien oder ähnlich Highlights rechnete ich hier trotz anders lautender Aussagen nicht. Das 14-mm-Objektiv blieb also in der Kabine, statt dessen rüstete ich die Kamera mit einem 28-105-mm-Objektiv aus.
Der Sprung ins Wasser bestätigte dann die Entscheidung. Die Sicht war auch hier mäßig durch hohes Planktonaufkommen. Eigentlich ideal für Mantas und Walhaie, aber es gab eben keine. Die leichte Strömung zog um das Plateau herum. Zu sehen gab es einen großen Barrakuda-Schwarm, viele große Gorgonien, und ein paar kleinere Muränen. Mantas und Haie jedenfalls nicht!
Nach dem Tauchgang gab es erstmal Frühstück. Während des Essens erfuhren wir, das der nächste Nachttauchgang auch hier stattfinden soll. Ich dachte mir: "Vielleicht haben wir dann ja mehr Glück mit der Sichtung von Großfischen." Zuerst gab es aber noch einen Mittagstauchgang am "Hin Thaley". Da während des Briefings wieder von Mantas und Haien angesprochen wurde, beschlossen Günter und ich, diesmal in Andreas Gruppe mit zu tauchen. Schließlich hatte sie bisher immer die "Wahnsinsklamotten" gesehen. Das wollten wir nun auch. Genutzt hatte es aber nichts. Keinen Mantakontakt. Aber wenigstens ein paar Haie, teilweise sogar ganz schön nahe dran. Viele Drachenköpfe, Rotfeuerfische, große Fischschwärme und viele Anemonenfelder gab es zu sehen. Um 16.00 Uhr tauchten wir erneut am "Hin Thaley". Diesmal war es ein schöner Tauchgang. Zwar wieder ohne Mantas, dafür aber jede Menge Drachenköpfe, Tanzgarnelen, freischwimmende Muränen, Süßlippen, Schraubensalbellen und Aktinien in knallgelb.
Am 1.3.2003 nachts um 1.00 Uhr verließen wir das Mergui-Archipel, nahmen direkten Kurs auf die Burma Banks und erreichten diese gegen 8.00 Uhr morgens. Vor dem Frühstück sprangen wir ins Wasser und betauchten den Platz Namens "Silver Tip Banks". Das waren die berühmten Burma Banks. Die Sicht war zwar ganz gut, aber außer zwei kleinen Barrakudas gab es rein gar nichts zu sehen. Die Burma Banks bestehen nur aus diesem Tauchplatz. Zumindest hatten wir keinen anderen zu Gesicht bekommen. Danach gab es erstmal Frühstück. Im Verlauf der bisherigen Reise sind auch die ersten "Verluste" aufgetreten. Eine Unterwasserlampe und ein Computer liegen jetzt irgendwo auf dem Meeresgrund.
Die nächsten beiden Tauchgänge sollten auch hier stattfinden. Eine Gruppe Japaner, die schon vor uns da waren, hatten ein Faß mit Fischresten versenkt und fütterten damit die Fische. Darüber kann man auch geteilter Meinung sein, wir dachten aber, vielleicht lockt das ja ein paar Haie an.
Der zweite Tauchgang an diesem Tag am "Silver Tip Banks" gegen 12.00 Uhr verlief ähnlich wie der erste. Außer zwei kleinen Haien und einem Barsch gab es nichts zu sehen. Zum Tauchplatz muss noch gesagt werden, dass wir vom Boot bis zur Riffkante 20 Minuten gegen die Strömung tauchen mussten. Da schnellte auch bei uns der Luftverbrauch in die Höhe und wir hatten bei Erreichen der Riffkante schon fast die halbe Flasche leer.
Wir sahen rote Korallen, kleine Fische, einen Kaiserfisch, einen Tüpfeldrückerfisch, kleine Krebse, Süßlippen und noch einiges an Kleingetier. Überwiegend in dieser Gegend sind allerdings die Steinkorallen und viel blaues Wasser.
Nach dem Tauchen fuhren wir sofort wieder ab mit Kurs auf den nächsten Tauchplatz. Bis nachts um 2.00 Uhr, 2.3.2003, waren wir unterwegs und ankerten dann an einer unbewohnten Insel. Tauchen wollten wir an einem Riff, das nach mir ;-)) benannt war: "North Twin Klaus Riff".
Das Tauchen an dieser Stelle war nicht ganz unproblematisch. Teilweise gab es starke Strö
mungen, ein Abtauchen tiefer als 30 m war nicht möglich, da die Strömung nach unten drückte. Es gab aber eine sehr schön zerklüftete Unterwasserlandschaft. Viele Anemonen mit allerdings nur kleinen Clownsfischen darin bevölkerten die Felsen. Wir sahen Sepien in der Brunftzeit. Um ein Weibchen wuselten zwei Männchen herum. Die waren so mit sich beschäftigt, das wir Taucher ganz nah herankamen und wunderbar fotografieren konnten.
Nachdem Tauchgang gab es erstmal Frühstück. Das Boot fuhr unterdessen weiter zum nächsten Tauchspot, dem "Shark-Cave".
Bei diesem Tauchplatz handelte es sich um zwei Felsen, die durch einen Canon getrennt waren. Eine Art Torbogen und eine kleine Höhle (nämlich Shark-Cave) machten diesen Platz interessant. Um 11.00 Uhr sprangen wir über Bord und tauchten sofort auf etwa 17 Meter ab. Das Boot hatte uns so dicht an die Felsen gefahren, dass wir keinen Kompasskurs tauchen brauchten. Wir bewegten uns also in Richtung Canon, der bis auf 10 m wieder anstieg.
Hier warteten wir erstmal, da die erste Gruppe noch nicht ganz durch die Höhle durch war. Es sollten möglichst nicht mehr als drei bis vier Taucher in der Höhle sein (Sedimentaufwirbelung). Laut Briefing sollten in der Höhle immer Ammenhaie liegen. Es gab natürlich keinen Ammenhai, dafür einen nervösen Grauhai am Eingang, der uns auf seiner Flucht fast über den Haufen schwamm. Aber die Höhle hatte auch so ihren Reiz. Man musste nämlich in ein kleines Loch am Boden hineintauchen, kam durch eine weinige Meter lange, schmale Röhre in eine Höhle, deren Grund nur mit grobem Korallengestein bedeckt war.
In der Höhle konnte man sehr schön den Ausgang sehen, das blaue, lichtdurchflutete Wasser wies uns den Weg. Auf der anderen Seite erwarteten uns viele Drachenköpfe und riesige Fischschwärme, die teilweise das Sonnenlicht verdunkelten. Einige Barrakudas patrouillierten in etwas Abstand der Felsen und beobachteten uns genau. Einmal hatte ich das Gefühl, ich werde beobachtet, drehte mich um und schaute dem Barrakuda direkt in die Augen. Nachdem ich anscheinend für nicht fressbar klassifiziert wurde, verschwand er im Blau des Wassers. Rotfeuerfische und Korallen bestimmten das Bild, nachdem wir uns linker Hand in etwa 10 Meter Tiefe an den schön bewachsenen Felsen entlang wieder Richtung Canon-Eingang bewegten. Wir tauchten auf und wurden sogleich vom Boot aufgefischt.
Der nächste Tauchgang fand auch hier statt. Diesmal sind wir nicht durch die kleine
Höhle, sondern durch die große hindurch (der Eingang zur kleinen Höhle liegt dicht am Eingang der großen). Ein großer Schwarzpunktrochen drehte uns den Rücken zu und verschwand in die Gegenrichtung. Auch ein Grauhai war wieder da, leider erneut zu schnell, um ein vernünftiges Foto zu machen. Dieser Tauchplatz war bisher einer der Besten. Wir sahen wieder Sepien auf Brautschau und viel Fischschwärme. Das waren dann auch meine Hauptmotive beim Fotografieren. Günter hatte wie ich ein 28 mm-Objektiv aufgesetzt, er hatte nur leider vergessen, den Port zu wechseln. Na ja, kann jedem mal passieren.
Einen Nachttauchgang wollten wir hier eigentlich auch machen. Er fiel aber aus, da wir eine unbewohnte Insel namens "Lampi Island" besichtigen wollten. Diese Insel hat allerdings eine Fläche wie Phuket. Wir beschränkten uns deshalb verständlicherweise auf den Uferbereich. Die Insel hat viele tolle Strandabschnitte, die immer wieder von Mangroven unterbrochen werden. Einige Seitenarme durchschneiden das Inselgebiet.
Wir fuhren mit dem Schiff in einen Seitenarm und ankerten dort. Dann stiegen wir um in das Schlauchboot und wurden übergesetzt. Wir machten einen kleinen Fußmarsch an der Lagune entlang und vorbei an Mangroven in das Inselinnere, da dort auch viele Affen zu sehen sein sollten. Leider waren wir doch etwas zu spät da, denn es wurde doch ziemlich schnell dunkel und wir mussten zurück. Im seichten Wasser der Lagune tummelten sich viele Blaupunktrochen. Die Luft auf der Insel war richtig "dick", die hohe Luftfeuchtigkeit machte es möglich und mit der Dämmerung kamen die Mücken. Ohne "Autan" durfte man sich hier nicht hinwagen. Um 19.30 Uhr waren wir wieder an Bord. Es gab dann auch gleich Essen. Bis 2.00 Uhr nachts, 3.3.2003, lagen wir noch vor Anker und fuhren dann los zum "Black Rock". Der neue Tag soll uns wieder 4 Tauchgänge bescheren. Super, genau deshalb sind wir ja auch hier.
"Black Rock", 7.30 Uhr morgens. Die Kamera ist längst für den Tauchgang fertig. Nach kurzem Briefing tauchen wir an der Südseite des Felsens wegen des Sonnenlichts ab. Die angekündigte Strömung gab es nicht (manchmal wusste ich nicht, was hier als "Strömung" bezeichnet wurde), der Fels war nur spärlich bewachsen. Auf etwa 30 m Tiefe sahen wir ein paar Haie, die aber leider zu weit weg waren, um sie ablichten zu können. Da an diesem Tag vier Tauchgänge geplant waren, verzichteten wir auf größere Tiefen. Auf den Granitfelsen gab es überwiegend kleine Weichkorallen und Federsterne. Wenn man Federsterne ganz sachte (wirklich ganz vorsichtig) mit der Fingerspitze an den Füßen krault, zeigen sie ihre volle Pracht. (Das ist aber keine Aufforderung zum Grabschen!) Viele Drachenköpfe bevölkerten die Nischen in den Felsen und es gab Peitschenkorallen mit winzigen Fischen darauf. Ansonsten war der Tauchplatz nicht so überwältigend und die Sicht war mäßig. Sie betrug höchstens 10 bis 15 Meter.
Wie immer nach dem "early-morning-dive" gab es Frühstück und wir erfuhren, dass der nächste Tauchgang auch hier stattfinden wird. Wir sprangen um 11.00 Uhr zum zweiten Tauchgang ins Wasser und tauchten diesmal wir an der Nordseite ab. Hier gab es eine Steilwand mit Überhängen, viel schöner bewachsen als an der Südseite. Drachenköpfe, Anemonen mit Clownsfischen, Barrakudas, Muränen, Federsterne, Weichkorallen und viel "Kleinkram" machten uns auf diesem Tauchgang glücklich.
Es gab viele Fotomotive. Glücklicherweise hatten wir die richtigen Objektive montiert, nämlich Makro. Ja, und an dieser Stelle machten wir auch den dritten Tauchgang. Wer hat schon einmal jagende Sepien erlebt, alles hautnah in einem Abstand von etwa 2 Metern" Wir. Das war wirklich toll. Die Sepien ließen sich überhaupt nicht durch uns stören. Im Gegenteil. Sie kamen teilweise direkt an die Maske geschwommen und schauten uns in die Augen.
Leider hatte jetzt doch etwas Strömung eingesetzt, so dass es äußert schwierig war, im Makrobereich noch gute Bilder zu fabrizieren. Die Strömung wechselte auch dauernd. In Anbetracht der Lage und des hohen Planktonanteils im Wasser hielten wir nun auch Ausschau nach Großfischen, und hatten erneut kein Glück. An Bord zurück, nahmen wir sogleich Fahrt auf und steuerten den schon bekannten Tauchplatz "Shark
Cave" an. Hier wollten wir um 22.00 Uhr einen Nachttauchgang machen.
Da dies bisher einer der schönsten Plätze war, erhofften wir uns natürlich wieder ein paar Highlights. Nachttauchgang = Makroobjektiv. Mit der Prämisse sprangen wir über Bord. Am Canon-Eingang gaben Günter und ich uns das o.k.-Zeichen und wir tauchten ab in Richtung Höhleneingang. Auf dem Weg dahin kontrollierte ich noch einmal die Kameraeinstellung. In dem Augenblick, als ich durch den Sucher schaute, erhielt ich einen kräftigen Stoß gegen meine Schulter.
Ich dachte erst, ich bin in der Dunkelheit gegen einen Felsen geschwommen. Der Felsen entpuppte sich als ausgewachsener Barrakuda. Der Bursche wurde durch das Licht meiner Lampen irritiert und wusste nicht, wo er hin soll. Er umrundete mich noch einmal, diesmal allerdings ohne Rempler, glotzte mir ein paar Sekunden lang in die Maske und verschwand dann in der Dunkelheit, nachdem ich anscheinend nicht mehr interessant war.
Kurz darauf erschien ein großer Schwarzpunktrochen, der sich genervt durch das Licht mit hektischen Bewegungen schnell aus dem Staub machte und unter mir durch schoss. Wir tauchten durch die große Höhle, die eigentlich nur ein riesiger Torbogen war. Am Höhlenausgang sahen wir viele Langusten in den Felsspalten, viele Sepien und Flötenmaulfische. Als wir aus dem Wasser kamen, war es auch schon 23.00 Uhr. Wir machten noch kurze Kamerapflege, tranken noch einen Tee und fielen um Mitternacht ins Schlafkoma.
4.3.2003. Ich hatte schon wieder früh ausgeschlafen und war um 6.45 Uhr war an Deck. Alles schlief noch. Um 7.30 Uhr sollte der Morgentauchgang stattfinden. Wir ankerten vor einer Insel, an der wir schon einmal waren, als wir die Tauchgänge am "Shark Cave" gemacht hatten. Die Insel ist anscheinend unbewohnt und hat total schöne Strände. Eine echte Augenweide, zumal ich dies im Licht der aufgehenden Sonne beobachtete.
Um 7.00 Uhr warf der Kapitän die beiden Schiffsdiesel an und wir schipperten wieder zum "Shark Cave". Den nunmehr 20. Tauchgang auf dieser Reise begannen wir pünktlich vor dem Frühstück. Er sollte sich als Katastrophentauchgang entwickeln. Die Sicht unter Wasser betrug ca. 2 m, gleich zu Anfang verlor ich meinen Tauchpartner Günter aus den Augen. Ich tauchte nach etwas Wartezeit auf, aber niemand war zu sehen. Also tauchte ich wieder ab und bewegte mich auf Kompasskurs zum Canon, in der Hoffnung, Günter dort zu treffen.
Die Gruppen von Burkard und Waldi hatten mich inzwischen überholt und so tauchte ich ebenfalls durch die Höhle auf die andere Felsenseite. Auch hier keine Sicht und kein Tauchpartner. Fotos konnte ich sowieso nicht machen. Mit dem 28 mm-Objektiv und der Sichtweite hätte ich die Dias weggeworfen. Ich konzentrierte mich also auf meine Umgebung, immer ein Auge in die Runde, o
b ich nicht doch noch Günter irgendwo entdecke. Aber Fehlanzeige. Der Tauchgang endete, wie er begann, nämlich ohne Tauchpartner. Ich war gerade wieder an Bord, da tauchte Günter auf. Wie sich hinterher rausstellte, war er ebenfalls aufgetaucht und, als er mich nicht sah, wieder abgetaucht.
Auch der nächste Tauchgang sollte, was mich wegen der Sichtverhältnisse wunderte, hier stattfinden. Aber von morgens bis mittags hatte sich die Sicht verbessert. Günter und ich hatten keine Lust, durch die Höhle zu tauchen. Da wir meistens viel Restdruck in der Flasche hatten, wollten wir diesmal den gesamten Felsen umrunden. Meine langsamen Bewegungen unter Wasser verleiteten einen Schiffshalter, sich an meinem Bein festzuhalten. Komisches Gefühl, wenn ein Fisch am Oberschenkel herumsaugt. Er schaffte es dann auch irgendwann und klebte so fast 2 Minuten am Bein, bis er dann doch merkte, dass es hier nichts zu futtern gibt. Wir sahen viele große Fischschwärme wie schon bei früheren Tauchgängen, Muränen, Rochen, Kugelfische, Weichkorallen und Gorgonien.
Das Mittagessen ließ ich diesmal aus, ich hatte einfach keinen Hunger. Die beiden Köchinnen hatten Mitleid mit mir, und bestanden darauf, dass ich die für mich extra aufgeschnittene Wassermelone essen sollte. Na ja, mit Köchen darf man es sich nicht verderben, also hielt ich mich an die Anweisung und alle waren zufrieden.
Das Boot hatte inzwischen Fahrt aufgenommen und wir steuerten das Tauchgebiet "South Twin" an. Das Gebiet war auch nur mäßig bewachsen und die Artenvielfalt bei den Fischen fehlte. Dieses Phänomen fiel uns übrigens auf der ganzen Reise auf. Für ein tropisches Meer war das einfach zu wenig. "South Twin" zeichnete sich nur durch einige Oktopusse und kleineren Muränen aus.
"Cavern Island" hieß der nächste Platz. Auch hier gab es keine Besonderheiten, nur die Sicht war noch schlechter. Mit dem Makro-Objektiv allerdings kein Problem. Kofferfische, Schnecken und anderes Kleinzeug ließen sich trotzdem fotografieren.
Nach dem Tauchgang fuhren wir wieder zur Burmesischen Grenze. Am 5.3.2003 morgens um 6.30 Uhr stoppten wir am Tanklager und bunkerten wieder Diesel und Wasser. Danach ging es weiter zum Zoll. Die Zöllner kamen an Bord und wir bekamen unsere Pässe zurück. Auf einen Visumstempel wurde verzichtet, da dies in vielen anderen Ländern zu Einreiseproblemen führen kann. Burma ist immerhin eine Militärjunta. Bis etwa 8.15 Uhr lagen wir noch am Pier und fuhren, nachdem auch unser Aufpasser das Schiff verlassen hatte, zurück in Thailändische Gewässer. Die sechsstündige Fahrt führte uns zum "Richelieu Rock". Seit dem Vortag hatte ich Schwierigkeiten mit den Ohren. Ich muss irgendwann nachts Zug bekommen haben. Das rechte Ohr war im Gehörgang angeschwollen.
Die Medikamente aus Deutschland haben nicht geholfen. Andrea gab mir dann ein Allroundmittel, das die Beschwerden problemlos beseitigte. Der Mittagstauchgang um 14.00 Uhr fand also am "Richelieu Rock" statt. Das Riff ist sehr schön und reichhaltig bewachsen, leider auch reichhaltig von Tauchern frequentiert. Dieser Tauchplatz kann auch schon von Tagesausflüglern erreicht werden. Es gab sehr viele Weichkorallen, große Barrakuda-Schwärme, die in der Strömung standen. Muränen, Drachenköpfe, Rotfeuerfische und allerlei Kleingetier gab es zu betrachten. Weitwinkelaufnahmen lohnten sich hier, obwohl der Himmel bedeckt und die Sonne unter Wasser deshalb nicht mit aufs Bild konnte. Der nächste Tauchgang fand auch hier statt. Wieder viel zu viele Taucher, und die Sichtweite hatte sich verschlechtert. Wir sahen wieder große Fischschwärme und viele Barrakudas. An einer Stelle am Riff hatte ein großer Tüpfeldrücker etwas aufgeknackt. Was es war, konnte man nicht erkennen, vermutlich ein Seeigel.
Es waren so viele Fische gierig dabei, dem Drücker die Brocken wegzunehmen, dass man nichts mehr außer Fischleibern sah. Eine Gelbkopfmuräne schoss freischwimmend an mir vorbei und verkroch sich in einem Loch, aus dem sie partout nicht
wieder heraus wollte. Nur den Kopf hielt sie mir zum Fotografieren hin. Das Riff ist nach dem Shark Cave das Beste, das wir auf der Tour bisher betauchten (trotz schlechter Sicht und zu vielen Tauchern). Andrea kam mit Ihrer Gruppe als letztes aus dem Wasser und war schier aus dem Häuschen. Sie hatte einen Engelshai gesehen. Man könnte annehmen, dass sie solche Spezies, oder auch Mantas und Walhaie (die wir bisher trotz vieler Ankündigungen ja nicht zu Gesicht bekamen) selbst auch noch nicht gesehen hatte. Aufgefallen war uns auch, dass meistens vom "weltbesten Riff" geschwärmt wurde. Nur waren leider die Großfische gerade nicht da. Die Worte: " . . . aber auf der letzten Tour, da hatten wir . . . blah, blah" hörten wir oft. Vielleicht lag es an der Jahreszeit, an anderen widrigen Bedingungen oder einfach daran, die falschen Tauchguides zu haben. Wer weiß.
Die Tour ging nun ihrem Ende zu. Einen Tauchgang machten wir noch am "Zinnbagger". Das Wrack betauchten wir abends, obwohl die Tauchguides es nicht vorher betaucht hatten. Das war aber, wie sich herausstellte, kein Problem. Wir tauchten am Ankerseil ab. Es gab keine Strömung und wir konnten in Ruhe das Wrack umrunden. Es lag auf einer Tiefe von 17 bis 20 Metern und war kaum bewachsen. Jede Menge Kofferfische, einige von kapitaler Größe, und viele Drachenköpfe bevölkerten das Wrack. Einige Muränen und ein großer Schwarzpunktrochen lagen in den Hohlräumen unter dem Wrack. Das Auftauchen erfolgte ebenfalls am Ankerseil. Alles ganz einfach.
So, nun hatten wir auch den letzten Tauchgang auf dieser Schiffstour abgehakt und wir fuhren die ganze Nacht durch zurück nach Phuket. Das Kameragerödel wurde gereinigt und zusammengepackt. Am nächsten Morgen kam das restliche Gepäck und das ganze Tauchequipment in die Tauchtasche. Wir hatten unsere Tauchsachen zwar über Nacht zum Trocknen aufgehängt, genutzt hatte es wegen der hohen Luftfeuchtigkeit aber nichts.
Am 6.3.2003 morgens um 10.00 Uhr gingen wir in Patong Beach an Land, nachdem wir noch mal ausgiebig gefrühstückt, unsere Zeche (Getränke) und die Park-Gebühren für Similan bezahlt hatten. Ein Longtailboot nahm unsere Klamotten an Bord, um sie an Land zu bringen. Das Boot war so voll geladen, dass es wie nach einem sofortigen, sicheren Untergang aussah. Aber bevor dies geschah, wurde plötzlich alles in ein anderes Boot umgeladen. Die Thais waren anscheinend etwas konfus. Die gesamte Crew (außer dem Kapitän) und alle Gäste stiegen in ein zweites Longtailboot und wurden zum Strand gefahren. Wir legten aber nicht etwa am Anleger an, nein, das wäre zu einfach gewesen. Durch das Wasser wateten wir an Land, wo uns schon ein Pickup der Tauchschule Santana erwartete und das Gepäck aufgeladen wurde.
Ohne nennenswerten Aufenthalt fuhren wir ins Hotel Patong Lodge, das etwas außerhalb von Patong lag. Bei diesem Hotel handelt es sich um ein 3-Stern-Hotel, das für seine Klasse völlig in Ordnung war. Die Zimmer waren sauber und recht großzügig. Alle selbstverständlich mit Klimaanlage und Blick auf die Poollandschaft. An der Rezeption gab es keinen Computer, was durch den Andrang von 19 Personen zu Tumulten führte. Aber man musste alles locker sehen. Wir hatten Zeit und waren ja nicht auf der Flucht. Im Hotelzimmer packten wir erstmal unsere ganzen Sachen aus und versuchten, sie etwas trocken zu bekommen. Aber viel Zeit blieb nicht, da wir für die zwei Tagestouren, die wir noch gebucht hatten, die Tauchsachen wieder "klar" gemacht werden mussten. Das Kameragerödel erhielt eine Grundreinigung. Salz kann ganz schön aggressiv sein. Nachdem wir uns mit den Wartungsarbeiten "verausgabt" hatten, legten wir uns an den Pool und ruhten uns erstmal aus. Zwischen durch gab es zur Stärkung einen richtig großen Hamburger. Nach der ganzen Taucherei, dem dicken Hamburger und der aufkommenden Langeweile, schlief ich beim Lesen ein.
Für 19.00 Uhr abends hatte sich die ganze Gruppe verabredet, um eine Tour über die "Meile von Patong" zu unternehmen. Mit zwei Tuk-Tuks fuhren wir in die Town und sind erstmal essen gegangen, um anschließend in einer der endlos vielen Bars noch einen "Schluck" zunehmen. Auf dem Weg zur Bar wurde ganz schnell klar, dass wir uns inmitten des Sextourismus befanden. Etliche junge Thaimädchen (übrigens alle sehr hübsch) warteten hier auf Kundschaft. Sei es nur für die Bar oder auch für mehr. Für mich gestaltete sich der Weg an den Bars vorbei als reines Spießrutenlaufen. Die Mädels zerrten von allen Seiten an mir herum und versuchten mich in eine der Bars zu bugsieren. Nicht ganz einfach, immer abzuwinken. In der Bar zusammen mit der Gruppe haben Günter und ich dann noch zwei Bier getrunken und hatten uns dann verabschiedet. Wir wollten am nächsten Tag tauchen, die Jungs wollten auf die Meile und Spaß haben. Die w
ollten allerdings in die restlichen Tage auch nicht mehr tauchen gehen. Aber wir! Deswegen waren wir da. Mit dem Tuk-Tuk ging es zurück zum Hotel. Der Fahrpreis hatte sich inzwischen wegen der Dunkelheit mehr als verdoppelt. Hin bezahlten wir 20 Baht, zurück 50 (10 Baht sind etwa 30 Euro-Cent). Verarmt sind wir deswegen allerdings nicht.
7.3.2003. Pünktlich morgens um 8.00 Uhr wurden wir von dem Tauchguide abgeholt und fuhren quer über die Insel auf die andere Seite nach Chalong Bay. Hier spielte sich der absolute Tauchtouristenwahn ab. Man hatte in den letzten Jahren eine neue Landungsbrücke aus Beton für die vielen Tauchboote gebaut. Der alte Holzsteg und die Überfahrt mit einem Longtail zum Tauchboot sind jetzt passee. Man wird mit einem Kleinbus, natürlich hoffnungslos überladen, den ganzen Steg herunter bis zum Tauchboot gefahren. Hier waren so viele Leute, die auf diverse Tauchboote verteilt wurden, dass einem wirklich der Mund offen stand.
Nachdem wir unsere Ausrüstung auf das Boot verfrachtet hatten, legten wir auch schon ab. Das Boot war nur halb so groß wie das Safariboot und war total überfüllt. Den gewohnten Freiraum auf dem Safariboot konnte man hier vergessen. Sage und schreibe 26 Taucher vieler Nationalitäten waren auf dieser Nussschale. Für Tagesausflüge war das Boot in Ordnung. Mit weniger Leuten darauf wäre es perfekt gewesen. Die Gäste wurden deshalb auch in Gruppen eingeteilt, um das Chaos in den Griff zu bekommen. Günter und ich wie immer in einer Gruppe. An Bord gab es Getränke und auch Mittagessen.
"O.k, Augen zu und durch", dachten wir uns und freuten uns trotzdem auf den ersten Tauchspot. Der Platz hieß "Anemonen Riff" und trug seinen Namen auch zu recht. Das Riff war total mit Anemonen übersät. Große Drachenköpfe, einer saß in einer Tubenkoralle, bewohnten das Riff. Hier zeigte uns Gabi, unsere Tauchbegleiterin und Chef-Guide an Bord, was sie konnte.
Als "Seepferdchen"-Fan hatte sie "ein Auge" für die filigranen Tiere und zeigte uns eine Stelle in den Korallen, an der sich immer welche befinden. Leider hatte ich für diese Motive nicht die richtige Optik an der Kamera. Beim nächsten Tauchgang sollte das aber anders werden. Wir tauchten am "Shark Point" nachmittags um 16.00 Uhr. Dieses Mal konnte ich ein Seepferdchen ablichten. Wirklich eigentümliche Geschöpfe. Als Gabi uns auf das Seepferdchen aufmerksam machte, griff sie in ihr Jacket und zückte eine Lupe. Unglaublich, eine Lupe beim Tauchen dabei zu haben. Ich musste so lachen, das mir die Maske vollief. Nun konnten wir noch genauer hinschauen. Viele Fischschwärme, Muränen und kleine Krabben bevölkerten die Nischen im Riff. Während des ganzen Tauchgangs wurden wir beobachtet. Ein Barrakudaschwarm stand die ganze Zeit schräg über uns und verfolgte unsere Aktivitäten. Immer wenn ich mich umdrehte, glotzte mich gerade einer an. Die Barrakudas blieben aber immer im gleichen Abstand von etwa 5 m.
Da wir am nächsten Tag auch noch mal eine Tagestour machen wollten, konnten wir unser Tauchgepäck an Bord lassen. Es ersparte uns natürlich die Schlepperei. Wieder im Hotel angekommen, wurde nur kurz geduscht und die Klamotten gewechselt. Dann ging es mit dem Tuk-Tuk auf die "Meile". Wir suchten zunächst vergeblich nach den Garküchen mit original thailändischen Spezialitäten, fanden sie dann aber in einer Seitenstraße. Das Essen war hier wirklich gut. Für 350 Baht (umgerechnet etwa 7,50 EUR) konnte man hier wunderbar essen und hatte nicht nur thailändische Spezialitäten zur Auswahl, sondern die Getränke auch noch im Preis. Nach dem Essen bummelten wir noch so ein wenig herum. Es gibt hier eigentlich alles, vor allem Bars und Kneipen mit unzähligen Mädels. Es ist schon kaum zu glauben, wenn man es nicht selbst gesehen hatte, was sich so auf der Meile abspielte: Alte "Knacker", vorwiegend Deutsche und Österreicher, aber auch andere Nationalitäten, fielen mir auf, die mit blutjungen Thaimädchen im Arm auf den Straßen flanierten. An den Bars kamen wir wie immer nur mit energischem Einsatz vorbei. Für die Thais sind wir alle reich. Wenn man bedenkt, dass der Verdienstdurchschnitt pro Monat bei ca. 60,- EUR liegt, kann man dem auch nicht widersprechen. Das, was wir allabendlich für Tuk-Tuks ausgeben, haben manche Thais nicht einmal im Monat zur Verfügung. Es war schon wieder nachts um 1.00 Uhr, als wir im Hotel ankamen. Am nächsten Morgen um 8.30 Uhr sollten wir abgeholt werden.
8.3.2003. Unser Chauffeur war wieder pünktlich und wir freuten uns auf den letzten Tauchtag in diesem Urlaub. Das Tauchboot war diesmal nicht überfüllt. 15 Personen hatten genügend Platz. Das war viel angenehmer. Der erste Tauchplatz war ein Felsen, den man unter Wasser auch umrunden konnte. Wir sprangen an der Südspitze ins Wasser und ließen uns von der seichten Strömung Richtung Norden treiben. Viele kleine Weichkorallen, Röhrenschwämme, Fischschwärme gab es zu sehen. Ein Schwarm Barrakudas war auch wieder dabei. Natürlich hatten die uns wieder genau im Blick. Glasfisch, Anemonen und einige Nacktschnecken ergänzten die Unterwasserbegegnungen.
Der nächste Tauchplatz hieß "Bida Nok". Zwei andere Boote lagen schon vor Anker, die Taucher waren aber noch nicht im Wasser. Leider war die Sicht unter Wasser nicht so gut. Wir trafen auf zwei Leopardenhaie: Einer lag auf dem Grund, der andere suchte das Weite, als er uns erblickte. Ich hatte gerade ein Foto gemacht, da waren wir auch schon umzingelt von anderen Tauchern. Einige strampelten so herum, das die Sicht unter Wasser auf jeden Fall nicht besser wurde. Woher die auf einmal alle kamen, weiß ich auch nicht. Aber etwa 20 Taucher um einen schlafenden Hai ist auch ein Schauspiel. Der nächste Tauchplatz hieß ähnlich, nämlich "Bida Nai" (zum Glück habe ich mir alles aufgeschrieben, denn die Namen hätte ich garantiert wieder vergessen). Da Günter Probleme mit seinem Ohr hatte, tauchte ich mit in der Gruppe von Markus, einem weiteren Guide auf dem Tagesausflug.
Die Sicht war im Flachbereich ganz gut und so konnte ich Muränen, Langusten, Kugelfische und einen kleinen Ammenhai beobachten. Viele Barsche und kleine Fischschwärme standen in der Nähe von Gorgonienfächern. Wieder zurück an Bord, nahmen wir sogleich Fahrt auf und steuerten einen Tauchplatz namens "Koh Doc Mai" an, wo wir noch einen Nachttauchgang machen wollten.
Der Seegang hatte kräftig zugenommen. Eine Taucherin hatte sich entgegen meinem Rat vom Schiffsmittelpunkt entfernt und wollte unbedingt auf das Sonnendeck. Eine steile Leiter führte dorthin. Auf halben Weg kotzte sie von oben auf das Unterdeck, wo einige Tauchausrüstungen festgezurrt waren. Zum Glück hatte ich meine Ausrüstung außer Reichweite. Die Besitzer der vollgekotzten Ausrüstungen waren begeistert. Ein andere Taucher, ein Österreich, hatte Pech mit seiner digitalen Videokamera. Das Gehäuse war voll Wasser gelaufen, und die Kamera war in einem entsprechenden Zustand. Der Schaden betrug etwa 3.000,- EUR. Der Seegang wurde noch stärker, so dass ich noch mal die Befestigung meiner Ausrüstung kontrollieren musste und dann in Ruhe auf die immer höher werdenden Wellen blicken konnte. Einige an Bord hatten jetzt allerdings zunehmend andere Probleme!
Der letzte Tauchgang am "Koh Doc Mai" wurde aus Sicherheitsgründen mit einem Tiefenlimit von 10 Metern belegt. Die Tauchzeit war auf 30 Minuten festgesetzt, die Günter und ich aber nach Protest (kein Tauchgang unter 60 Minuten) überschreiten durften. Mit uns beiden tauchte ein Taucher aus Berlin, der keine Tauchpartner gefunden hatte. Es war nämlich seine Frau, die sich nach der Magenattacke nicht so fit zum Tauchen fühlte. Der "Zuwachs" kam uns eigentlich auch gerade recht, denn wenn Günter wieder Probleme mit seinem Ohr bekommen hätte, wäre mein Tauchgang auch vorbei gewesen. Aber es ging alles gut. Der Berliner war total begeistert. Er meinte, so viel Zeit zum gucken wie mit uns hatte er noch nie gehabt. Dementsprechend viel Highlights sah er ja auch. Krabben, Muränen, kleine Fische in großen Vasenschwämmen und viel Kleingetier erschien im Lichtkegel unserer Lampen. Ein schöner Abschlusstauchgang.
Wieder zurück an Bord fuhren wir sofort ab Richtung Chalong Bay. Um 22.00 Uhr waren wir schon wieder im Hotel. Da wir noch kein Abendessen hatten, haben wir noch schnell beim Hotel-Barbecue für 300 Baht inklusivem Trinkgeld sehr gut gegessen. Danach wurde das Hotelzimmer in eine Werkstatt umfunktioniert. Die Tauch- und Kameraausrüstung erhielten eine Generalreinigung und die Neoprene wurden zum Trocken aufgehängt. Das dauerte bis etwa 1.00 Uhr nachts. Da hatten wir dann auch keine Lust mehr, noch in die Town zu fahren und fielen todmüde in die Kojen. Für den nächsten Tag hatten wir eine Kanutour gebucht.
Am 9.3.2003 frühstückten wir sehr früh. Die Hitze hatte zugenommen. Unsere Tauchklamotten trockneten wegen der hohen Luftfeuchtigkeit überhaupt nicht. Die Kleidung fing an, am Körper zu kleben, sowie man sich schneller als im Schneckentempo bewegte. Um 9.30 Uhr wurden wir zur Kanutour nach Phang Nga abgeholt. Hier wurde übrigens, die meisten wissen es, ein bekannter James-Bond-Film gedreht. Zunächst mussten wir nach Chalong Bay, um noch zwei andere Touristen mitzunehmen.
Dann fuhren wir hoch in den Norden (an der Ostseite der Insel) zu einem kleinen Hafen mit ein paar Bretterverschlägen und einem wackeligen Holzsteg, der hier und da mal ein paar Löcher hatte. Wir tasteten uns über den Steg und hofften, das er hält. Ein Longtailboot brachte uns zu einem Schiff, mit dem wir in Richtung Phang Nga starteten. An Bord hatten wir einige Kanus, die später gebraucht wurden. Phang Nga ist ein Nationalpark, der aus vielen verschieden großen Felsen besteht. Die Felsen sind etwa 250.000 Jahre alt. Noch vor 50.000 Jahren gab es eine Eiszeit, die für die Absenkung des Wasserspiegels um ca. 4 Meter sorgte. Deswegen sehen die Felsen auch aus, als wenn sie gleich umkippen. Denn vom Fuß bis die eben genannten 4 m hoch ist jeder Felsen hier im Park verjüngt, wird also nach oben hin breiter. Durch kleine Öffnungen in den Felsen fuhren wir dann (meist tief geduckt, weil der Eingang durch die Gezeiten sehr unterschiedlich groß ist) in das Felseninnere.
Es tat sich eine üppige Vegetation auf. Wir sahen steile Felswände, an denen riesige Bäume auf kahlen Felsen standen und dem Licht entgegenstrebten. Im Inneren hatten sich im Laufe der Zeit durch Auswaschungen von Kalk Seen gebildet. Eine einmalige Stille herrschte hier im Inneren. Das musste man genießen. In anderen Felsen gab es kleinere, aber auch große Höhlen mit vielen Fledermäusen an der Decke. Stalagmiten hingen herunter, und w
enn man mit dem Fingerknöchel dagegen klopfte, ertönte ein dumpfer lang anhaltender Ton. Man musste immer auf seinen Kopf achten, denn die Höhlen hatten tief hängende Stalagmiten, an denen man sich ernsthaft verletzen kann. Der Boden in einigen Höhlen hatte Öffnungen, in die man leicht hineingeraten konnte. So war es schon richtig, das wir Lampen dabei hatten. So fuhren wir einige Felsen ab, mit dem Kanu die kleinen Strecken, mit dem Boot die größeren. Einige Felsen hatten einen so engen Eingang, dass jemand mit Klaustrophobie Probleme bekommen hätten. Die Zwischenräume von der Wasseroberfläche bis zur Decke des Eingangs waren teilweise so eng, das man sich regelrecht in das Kanu legen musste.
Auf den Bond-Felsen hatten wir verzichtet, da der eine Touristenattraktion erster Güte war und ententsprechend besucht wurde. Die anderen Felsen sahen genauso aus, also schenkten wir uns das. Am Horizont sahen wir die vielen Schiffen liegen mit wer weiß wie vielen Touristen an Bord. Gegen 17.30 Uhr waren wir dann am Hafen zurück und ca. eine Stunde später wieder im Hotel.
Nach dem Duschen (es war so schwül warm, das man gar nicht die Dusche verlassen wollte), trieb uns der Hunger wieder in die Town. Wir nahmen also wieder ein Tuk-Tuk und stürzten uns ins Gewühl. Nach einigem Suchen (in Patong sieht es im Dunkeln überall gleich aus) fanden wir in einer unscheinbaren Seitengasse, an der die Touristen ohne zu gucken vorbei liefen, eine ganze Reihe von Garküchen. Wir schauten uns in Ruhe die verschiedenen Angebote und Auslagen an und trafen dann unsere Wahl. Er hieß "Chiang Rai Seefood", und hier gab es wirklich gutes Essen für wenig Geld. Wir bestellten uns jeweils eine Gemüsesuppe mit Nudeleinlage (die Schale war so groß, das ich danach schon satt war) und gebratenen Nudeln mit Hühnerfleisch bzw. Fischplatte für Günter. Und natürlich ein Bier. Vollgefuttert schlenderten wir noch über die Meile. Auf einem Gebäude namens "Entertainment" war eine Dachterrasse.
Da wollten wir hinauf, um die Town von oben zu betrachten. Wir gingen also in die Bar und suchten die Treppe nach oben. Die gab es leider nicht, zumindest nicht in dieser Bar. Stattdessen wurden wir von etwa 20 kreischenden Frauen angefallen, die uns an den Tresen zu zerren wollten. Nur mit Mühe konnten wir uns aus dem Staubmachen. Die Treppe nach oben war übrigens draußen vor der Tür, neben der Bar.
Die letzten zwei Tage nutzten tagsüber wir für ausgedehnte Strandspaziergänge und abends mit Besuchen auf der Meile in Patong. So verging der 10.3.2003 wie im Fluge und am 11.3.2003 kam dann der Tag der Abreise. Um 17.30 Uhr flogen wir von Phuket nach Taipeh. Der Flug dauerte etwa 4 Stunden. Mit nur 20 Minuten Zeit zum Umsteigen erreichten wir den Flug nach Frankfurt nur mit Mühe. Die Maschine wartete auf uns, alle anderen Gäste saßen schon auf ihren Plätzen. Der Rückflug dauerte etwas über 14 Stunden, und wir erreichten Frankfurt morgens um 6.40 Uhr. Wir hatten nun noch Aufenthalt bis zum Abflug nach Hamburg. Ein paar Kaffee hielten mich wach, obwohl ich fast die ganze Zeit im Flugzeug geschlafen hatte. Noch eine Stunde bis Hamburg und die Tour war zu Ende.

